13.01.2017
Jubiläumsspende der Strickdamen geht an Kinderklinik
Unzählige Handarbeitsstunden, zusammen 20.000 Euro für die Abteilung Kinder- und Jugendmedizin und bislang 4.551 Babymützchen für die Neugeborenen im Caritas-Krankenhaus – so lautet die Bilanz aus zehn Jahren unermüdlichem Einsatz von 14 Frauen im Caritas-Krankenhaus. Als „Stickdamen“ bekannt, kann Initiatorin Maria Igerst immer auf die Fingerfertigkeit ihrer Damen aus Königshofen, Messelhausen, Zimmern, Tauberbischofsheim, Königheim, Unterbalbach und Bad Mergentheim bauen – die älteste ist mittlerweile über 80 Jahre alt. Kürzlich haben die beiden Strickdamen Annemarie Kolb und Maria Igerst die Jubiläumsspende von 3.300 Euro aus dem 10. Adventsbasar an Prof. Dr. Reiner Buchhorn, Chefarzt der Abteilung Kinder- und Jugendmedizin, übergeben.
"Es ist unglaublich, was Sie über die Jahre für die schwerkranken Kinder und Jugendlichen im Caritas geleistet haben. Die ganze Klinik und natürlich vor allem die Eltern und Kinder freuen sich sehr über Ihre Spende", bedankt sich Prof. Dr. Buchhorn. Egal ob Schühchen, Mützchen, Socken in allen Größen oder Pullover - die Strickdamen hätten bislang so ziemlich alles aus ihren bunten Wollknäueln gezaubert und beim Adventsbasar für die Abteilung Kinder- und Jugendmedizin verkauft. "Das ist nicht selbstverständlich. Vielen Dank für zehn Jahre beherztes Engagement", so der Chefarzt weiter.
Die Idee für die Strickdamen kam Maria Igerst, als eine ihr nahestehende Person lange Zeit im Krankenhaus verbringen musste. "Ich habe damals sehr viel Zeit am Krankenbett verbracht und angefangen, Mützen und Socken für Kinder zu stricken", erzählt sie. Schwestern und Ärzte im Klinikum hätten sie angesprochen, dass es eine tolle Sache sei und eigentlich überall Bedarf an Kindersachen bestehe - auch im Krankenhaus. Und so erwuchs Stück für Stück die Idee, aus ihrer Liebe zum Stricken ein fortwährendes Engagement für das Krankenhaus in ihrer Heimatregion, das Caritas-Krankenhaus, zu machen. "2007 konnten wir die erste Spende aus dem Adventsbasar übergeben. Aus damals noch 1.100 Euro sind über die Jahre 2.000 Euro und Dank des seit 2011 einfließenden Erlöses des Bücherbasars und der Adventsbasteleien am Ende sogar 3.300 Euro geworden.", berichtet Maria Igerst. Sie sei immer wieder gerührt vom verlässlichen außergewöhnlichen Engagement ihrer Strickkolleginnen, aber auch von der Spendenwilligkeit, die im Taubertal bestehe: "Wir bekommen immer wieder Rabatte für Wolle oder Geldspenden von Privatpersonen und lokal ansässigen Firmen. Damit konnten wir sehr viel Kleidung stricken und mit dem Erlös noch mehr Kindern ihren Krankenhausaufenthalt ein Stück weit erträglicher machen." Ein besonderer Dank gelte den Mitstreiterinnen vom DJK Unterbalbach, die mit Bücher-Sammeln, Adventskränze-Binden und Gestecke-Basteln für die Adventsbasare immer einen wichtigen Beitrag geleistet haben.
"Ich werde
die wechselnden Begegnungen, die spannenden Geschichten, die wir beim Basar gehört
und miterlebt haben, doch sehr vermissen", sagt Maria Igerst. Denn nach zehn
erfolgreichen Jahren wird der Adventsbasar der Strickdamen nun eingestellt.
"Das stimmt uns sehr wehmütig, aber wir werden leider nicht jünger. Die
Schultern und Handgelenke machen die Dauerbelastung nicht mehr so gut mit."
Dennoch bleiben die Strickdamen dem Caritas-Krankenhaus auch in Zukunft
erhalten: Sie fertigen weiterhin die Baby-Mützchen als Geschenk für die neuen
Erdenbürger - inklusive speziell an Anlässe wie Nikolaus, Ostern oder
Fußball-WM angepassten Designs. "Die Mützchen stricken wir, so lange wir
können", verspricht Maria Igerst auch stellvertretend für die Kolleginnen. (ckbm)


