28.11.2014

Benefizkonzert in Weikersheim zugunsten der Palliativeinheit

Benefizkonzert in Weikersheim zugunsten der Palliativeinheit

Das Leben feiern und dem Tod gedenken, das gelang eindrucksvoll bei einem außergewöhnlichen Benefinzkonzert in Weikersheim zugunsten der Palliativeinheit im Caritas-Krankenhaus. 250 Zuhörer waren am Freitag, 28. November in der Stadthalle Weikersheim begeistert vom Programm "Das waren Zeiten“. Die beiden Künstlerinnen Rebecca-Madleine Katz, Koloratursporan, und Monika Prima Kolar, Klavier, boten dem dankbaren Publikum eine virtuos gesungene und gespielte sowie charmant und intelligent kommentierte Zeitreise in den Humor, den Eros und die Abgründe der "Goldenen Zwanziger Jahre" im Europa des vergangenen Jahrhunderts.

Karl-Heinz Steinmann, der Initiator des Abends, dankte zunächst seiner Ehefrau Dr. Christina Ullmann für die Idee etwas Schönes zu machen, die dann zu diesem Benefizkonzert zugunsten der Palliativeinheit führte. Die Künstlerinnen spendeten denn auch den größten Teil der Gage. Manuela Zahn und Knut Heyer vom Vorstand des Fördervereins warben für die Anliegen des Spendenempfängers, dem "Verein der Freunde und Förderer des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim", der auch die Spenden für die Palliativeinheit verwaltet. Daneben liegt auch ein Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendmedizin. Dr. Trost, Oberärztin der Palliativeinheit, sowie der Hausobere des Caritas Thomas Wigant, seine Stellvertreterin Schwester Maria-Regina Zohner und zahlreiche Mitglieder des Palliativteams zollten allen Beteiligten Respekt, nicht zuletzt den überaus zahlreichen Besuchern aus Weikersheim und der weiteren Umgebung.

Was dann geboten war, war eine Feier des Lebens, des Eros zwischen Mann und Frau mit allen Abgründen und hochfliegenden Gefühlen in den humorvollen, anspielungsreichen Chansons und Kabaretttexten aus dem Wien und Berlin der zwanziger Jahre.

Die Sängerin Rebecca-Madleine Katz interpretierte die verschiedenen Lieder mit großem Einfühlungsvermögen und einem reichen Repertoire an Charakteren, der sie mit ihrer Vieroktavenstimme emotional sehr differenziert Ausdruck verleihen zu mag. Dazu korrespondierte die mit Wiener Charme präsentierten, geistreichen Ein- und Überleitungen von Monika Prima Kolar. Dabei kamen auch vergessene Komponisten und Dichter und im Nationalsozialismus verfolgte Künstler zu Gehör, wie Fritz Löhner-Beda oder die im Exil überlebenden Friedrich Holländer oder Ralph Benatzky.

Erst nach mehreren Zugaben, wie Lilli Marlen, ließ das begeisterte Publikum die Künstlerinnen unter großem Applaus ziehen. Der Abend hat auf künstlerisch und menschlich hohem Niveau bewiesen, dass dem Tod und den Toten gedenken im Grunde heißt: das Leben feiern. (Thomas Dreher)