27.09.2017

10 Jahre Förderverein am Caritas

10 Jahre Förderverein am Caritas

„Ubuntu – ich bin, weil wir sind“ – unter diesem Motto stand das 10-jährige Jubiläum des Vereins der Freunde und Förderer des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim e.V. am Sa 23. September. Die Feierlichkeiten fanden im Kreis von etwa 70 Mitgliedern und geladenen Gästen in der Aula des Caritas-Krankenhauses statt. Neben einem afrikanischen Impuls standen auch Gruß- und Dankesworte, Rück- und Ausblick, ein etwas anderer Finanzbericht sowie die Ehrung langjähriger Mitglieder auf dem Programm. Das abschließende Buffet war ein Jubiläumsgeschenk des Ehepaars Ludwig und Veronika Fleckenstein, Geschäftsleitung der FBB GmbH.

Ein europäischer Forscher bereiste Südafrika und stellte an einem Baum, an dem Xhosa-Kinder spielten, einen Korb mit Früchten ab. Wer die Leckereien als erstes erreiche, gewinne alles. Doch kaum hatte er das Startsignal gegeben, nahmen sich die Kinder bei den Händen und erreichten gemeinsam den Korb. Ihr Tun erklärten sie in einem Wort "Ubuntu". Das beschreibt in ihrer Kultur die Philosophie der Verbundenheit: "Ich bin, weil wir sind!". - Mit diesem kurzen Impuls eröffnete Sr. Maria-Regina Zohner, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim e. V., die Feier zum 10-jährigen Vereinsjubiläum.

"Ubuntu" bezeichne also das Geschenk, das Menschen einander geben, wenn sie andere genauso sehr lieben wie sich selbst - und genau das treffe die Philosophie des Fördervereins, so Sr. Maria-Regina. Unter diesem Motto stand auch die Jubiläumsveranstaltung am Samstag, 23. September, in der Aula des Caritas-Krankenhauses. Hier hatten sich zur Feierstunde mit anschließendem Imbiss etwa 70 Mitglieder und geladene Gäste eingefunden, um die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen. Für die musikalische Untermalung sorgten eindrucksvoll drei Kinder der Familie Burckhardt aus Blaufelden.

"Zu himmlischen Klängen bei einer kleinen, sehr feinen, und prominent besetzten Festveranstaltung", wie es Thomas Wigant, Regionalleiter der Gesundheitsholding Tauberfranken nannte, begrüßte er gleichfalls die Gäste. Als Gründungsmitglied des Fördervereins freue es ihn besonders, dass er Teil dieses ganz besonderen Jubiläums sein dürfe, dessen Gäste "Zeit nicht vergaben, sondern ganz für andere einsetzen" und für Anliegen im Krankenhaus, die sonst auf diese Art und Weise so nicht möglich wären." Denn: "Der Verein der Freunde und Förderer des Caritas-Krankenhauses lebt von seinen Mitgliedern, er lebt von Ihnen. Sie machen sich Gedanken, wie in einem Gesundheitswesen, das sonst eher durch Personal- und Geldmangel Schlagzeilen macht, positives Engagement wieder mehr ins Zentrum gerückt wird. Und Sie setzen diese Ideen dann auch um. Dafür ein herzliches Dankeschön."

In welche Abteilungen und Investitionen schließlich Geld geflossen ist, erzählten vor allem die Empfänger in ihren Dankes- und Grußworten. Prof. Dr. Reiner Buchhorn, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, bedankte sich herzlich für die fortwährenden Investitionen in Klinikclowns, Reittherapie und spezielle Baby-Schlafsäcke, aber auch für Einmalfinanzierungen wie ein spezielles Intensivpflegebett für Jugendliche oder besondere Geräte für die Neurostimulationstherapie. "Danke für die Unterstützung von wichtigen Projekten für die Kinder, die aber auch nach außen große Strahlkraft besitzen und weitere Spenden nach sich gezogen haben." Auch Oberärztin Dr. Katja-Simone Roth bedankte sich stellvertretend für die Patientinnen der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe: "Die neue speziell erhöhte Sitzgarnitur für Schwangere war bitter nötig. Und auch die Krebspatientinnen im Onko-Café profitieren vom Engagement des Fördervereins."

Von "leisen Tönen und leisen Bildern" sprach schließlich Dr. Elisabeth Trost, Oberärztin der Palliativmedizin, in ihrem Grußwort. "In Kunst- und Musiktherapie, die der Förderverein finanziert, helfen Patienten und Angehörigen dabei, der Fassungs- und Sprachlosigkeit über den bevorstehenden Tod Ausdruck zu verleihen." Wie wichtig diese Therapiemethoden tatsächlich sind, zeigte Kunsttherapeutin Britta Baumann eindrucksvoll in ihrem kurzen Vortrag, in dem sie anonymisiert Patienten- und Angehörigenschicksale und die Hilfe der Kunsttherapie dabei vorstellte. So erzählte sie von einem Herren im mittleren Alter, der die Natur sehr liebte, aber aufgrund seiner Krebserkrankung das Krankenhaus nicht mehr verlassen konnte. In einer Schale mit verschiedenen Mitbringseln von Muscheln über Steine hin zu Federn und getrockneten Blüten fand er Trost und begann sogar zu töpfern. Auch von der deutschen Ehefrau eines Ägypters, die intensiv mit der anstehenden Überführung und der Beerdigung in Nordafrika zu kämpfen hatte, berichtete Britta Baumann. Die Frau begann, das Meer, das sie und ihr Mann so sehr liebten, in Aquarellen zu malen und sammelte so neue Kraft.

Prof. Dr. Hans-Dieter Bundschu, der die Gründung des Förderverein maßgeblich geprägt hatte, führte schließlich in seinem reich bebilderten historischen Abriss durch die 10 Jahre des Vereins der Freunde und Förderer des Caritas-Krankenhauses von der Gründung bis heute. "Es ist mir von je her eine Herzensangelegenheit, die Patientenversorgung immer besser und ihren Krankenhausaufenthalt erträglicher zu machen - zusätzlich zum Engagement der Kostenträger. Ein Förderverein war dafür die beste Lösung. Und sehen Sie, was wir nach einem Jahrzehnt gemeinsam geschafft haben", lobte der ehemalige Chefarzt. Das Vereinsmotto "Kleine Hilfe, große Wirkung", das mit Gründung des Vereins am 21. Juni 2007 stand, sei bis heute von Bestand. Ebenso die drei Förderschwerpunkte Kinder und Jugendliche, Palliativ und Gynäkologie. "Unsere Vorstände haben zwar öfter mal gewechselt, aber alle haben sie viel erreicht. Und auch in Zukunft werden wir noch viel für die Menschen, die in unser Krankenhaus kommen, erreichen", ist sich Prof. Dr. Bundschu sicher.

Für Augen- und Gaumenschmaus am Buffet sorgte abschließend Andreas Bundschuh, Restaurant am Golfplatz Bad Mergentheim - ein Jubiläumsgeschenk des Ehepaars Ludwig und Veronika Fleckenstein, Geschäftsleitung der FBB GmbH. Dafür ein herzliches Dankeschön.

Zuvor bedankte sich aber noch der aktuelle Vorstand des Fördervereins für das fortwährende Engagement der 150 Mitglieder, darunter neun Firmen aus der Region, und ehrte seine Gründungs- und 10-jährigen Mitglieder mit Urkunden und einem kleinen Weinpräsent. - Ganz im Zeichen von "Ubuntu": das Geschenk, das Menschen einander geben, wenn sie einander genauso sehr lieben wie sich selbst. (jap)

Als Gründungsmitglieder wurden geehrt (in alphabetischer Reihenfolge): Michael Beck, Prof. Dr. Hans-Dieter Bundschu, Prof. Dr. Christoph Eingartner, Prof. Dr. Jürgen Kult, Gert Schöppler, Prof. Dr. Bodo Terhorst und Thomas Wigant.

Weiterhin erhielten eine Ehrung für zehn Jahre Mitgliedschaft (ebenfalls alphabetisch): Barmherzige Brüder Trier e. V. (BBT), Eva Breitenstein, PD Dr. Mathias M. Borst, Werner Brunner, Prof. Dr. Christoph F. Dietrich, Alma Knörzer, Dr. Gero Mayer, Marianne Reischmann, Barbara Reiser, Mathilde Reiser, Renate Schmid, Carl-Ottmar Schönhuth, Dr. Jochen Selbach, Sparkasse Tauberfranken, Volksbank Bad Mergentheim eG, Veronika Weiß, Wittenstein Intens, Dr. Gerhard Wobser, Helmut Wolf, Dr. Helmut Zahn und Manfred Zech.